Tradition trifft Innovation – Daniel & Andreas Sennheiser über 80 Jahre Sound, Mut & Visionen
Shownotes
In dieser Episode tauchen wir tief in die DNA von Sennheiser ein – geprägt von Leidenschaft für Musik, Technologie und mutigem Unternehmertum. Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums sprechen Andreas & Daniel Sennheiser mit mir über den besonderen Mix aus Tradition und Zukunftsorientierung, der das Unternehmen weltweit erfolgreich macht.
Wir diskutieren:
- Warum Neugier und Mut die zentralen Treiber echter Innovation sind
- Wie Sennheiser technologische Trends – insbesondere Künstliche Intelligenz – nutzt, um kreativen Prozess und Soundqualität neu zu denken
- Welche mutigen Entscheidungen das Unternehmen geprägt haben
- Warum Emotionen und Gänsehaut-Momente der wahre Kern jeder Performance sind
- Wie internationale Perspektiven Geschäftsmodelle erweitern
- Und weshalb Zukunftsstrategien nur wirken, wenn sie flexibel bleiben
Eine Episode für alle, die verstehen wollen, wie ein globales Familienunternehmen über Jahrzehnte relevant bleibt – und wie Klang die Welt verändert.
Kapitelmarken 00:00 – Leidenschaft für Musik und Technik 02:09 – 80 Jahre Sennheiser: Tradition und Innovation 05:45 – Neugier und Mut in der Unternehmensführung 10:06 – Technologische Entwicklungen und ihre Auswirkungen 14:11 – Mutige Entscheidungen und deren Lehren 17:31 – Emotionen und Technik: Die Verbindung 22:04 – Synergien zwischen Kunst und Business 23:45 – Geschäftsmodelle und Innovation 27:14 – Globale Perspektiven in Geschäftsmodellen 30:14 – Veränderungen in Strategie und Innovation 34:28 – Zukunftsvisionen und persönliche Interessen 38:11 – Emotionen und Erlebnisse in der Musikindustrie
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00:00:00: Also, ich habe das jedes Mal, wenn ich beim Live-Konzert bin.
00:00:06: Also, da denke ich jedes Mal einfach geil.
00:00:10: Dafür machen wir das.
00:00:12: Man müsste mich gar nicht dafür bezahlen.
00:00:14: Ich freue mich, dass ich in dieser Branche sein darf.
00:00:19: Es ist einfach cool, wie ganz viele, die in dieser Branche arbeiten, die einfach erst mal Überzeugungstäter sind und dann am zweiter Stelle halt auch einen Job haben.
00:00:30: Es geht in die gleiche Richtung.
00:00:31: Es ist das Leuchten in den Augen von den Menschen, wenn sie leidenschaftlich Musik machen oder auch leidenschaftlich von einem Fußballspiel berichten oder so.
00:00:42: Und einfach die Demut zu spüren, dass wir einen klitzekleinen Anteil an dem haben, nämlich dieses kleine Stöckchen in der Hand von den Sängern oder von dem Reporter.
00:00:52: Das macht auf der einen Seite unglaublich demütig.
00:00:56: weil es auch eine Gnade ist, irgendwie sowas mitgestalten zu dürfen.
00:01:01: Und gleichzeitig macht es unglaublich stolz, dass da so viele Leute von unseren Unternehmen mit dran gearbeitet haben, dass die dieses kleine Gerät in die Hand kriegen und das am Ende auch funktioniert.
00:01:15: Ich freue mich, in der heutigen Episode erneut Andreas und Daniel Senheiser begrüßen zu dürfen.
00:01:21: Beide waren schon letztes Jahr in unserem Special Generationen im Wandel, Staffel eins, zu Gast.
00:01:28: Dieses Mal fallen wir
00:01:29: gemeinsam
00:01:30: achtzig Jahre Senheiser und schauen nicht zurück, sondern auch nach vorne und vor allem hinter die Kulissen.
00:01:36: Was macht die Senheiser DNA wirklich aus?
00:01:39: Achtzig Jahre erfolgreich am Markt.
00:01:42: Was hat auf dem Weg aber auch nicht so funktioniert, wie er hofft?
00:01:44: und was haben die beiden wirklich in der Zukunft vor?
00:01:48: Es war mir wie immer eine Freude mit Andreas und Daniel zu sprechen, denn sie verkörpern Traditionen und Innovationen
00:01:54: fast
00:01:55: in Perfektion.
00:01:57: und kurz vorweg ein kleiner Spoiler.
00:02:00: Diese und auch die kommende Episode werden die letzten beiden WVD-Episoden sein, denn im Dezember werden wir WVD in ein neues Format transformieren.
00:02:10: Die letzten sechzehnzehnte Episoden haben ganz klar gezeigt, wo der Weg für mich und für unser Team hingehen soll.
00:02:16: In Kürze dazu mehr,
00:02:18: aber jetzt
00:02:19: freut euch erst mal auf Andreas und Daniel Senheißer.
00:02:22: Los geht's.
00:02:27: Moin Daniel, moin Andreas.
00:02:30: Hallo.
00:02:31: Ich freue mich hier zu sein, erneut, diesmal mit vielleicht dem einer oder anderen Fragestellungsapparat, um so ein bisschen hier in die Geschichte zu gucken.
00:02:40: Achtzig Jahre, ich finde das total nach wie vor beeindruckend, auf der anderen Seite natürlich auch herausfordernd, wenn ihr zurückschaut, was ist eigentlich tatsächlich die DNA, die tatsächlich senheiser Achtzig Jahre
00:02:53: lang
00:02:53: hat überleben lassen?
00:02:55: Es ist Innovation, es ist Disziplin.
00:02:58: Was ist der Kern für Achtzig Jahre Erfolg?
00:03:01: Ja, dass wir Achtzig Jahre feiern, hat natürlich was mit einem Erfolg immer wieder zu tun, hat was mit einer DNA immer wieder zu tun, zeigt sich aber letzten Endes in den ganz vielen Geschichten, die immer wieder erzählt werden können.
00:03:17: Weil rückblickend kann man das, glaube ich, viel besser verstehen, als man es nach vorne raus ganz so voraussagen kann.
00:03:26: Wenn man zurückschaut, haben wir sicher in jeder Dekade Meilensteine der Technik gesetzt oder Meilensteine der Kundenanwendung, ob das jetzt in den fünftiger Jahren, Ende fünftiger Jahre mit dem ersten drahtlosen Mikrofon war, Ende sechziger Jahre mit dem ersten Hi-Fi-Kopfhörer, beispielsweise.
00:03:46: der hat es erst ermöglicht, dass Walkman mobiles, mobile Musik Konsum möglich war, was wir natürlich heute total normal finden, aber das war in den letzten Jahren mit dem HD-IV-IV.
00:04:01: Dann gab es ganz, ganz viele Meilensteine, also jede Dekade, das erste HD-Soundbar, die es gab vor über zehn Jahren.
00:04:09: Und jetzt vielleicht dieses Jahr eine der größten Meilensteine für die Funktechnik, unser Spectera-System, welches sechszig Jahre ... Drahtlos Technik einfach mal komplett neu erfunden hat.
00:04:22: Also zu deiner Frage, was ist die DNA?
00:04:24: Eigentlich die Bereitschaft sich immer wieder selbst so neu zu erfinden, dass man nicht von jemand anders neu erfunden wird, sondern dass man das selber tut und in Rückblickend sieht das aus wie ein großer Plan.
00:04:38: Tatsächlich ist es wahrscheinlich eher die Innovationskultur, das langfristige Denken und die Neugierde für Neues, die uns so lange vorne bleiben lassen
00:04:46: hat.
00:04:48: Ich finde das ganz spannend, gerade die Aussage, weil das zeigt natürlich auch, dass Entwicklung Prozess ist und dann natürlich ein Stück weit tagtäglich ist.
00:04:55: Nichtsdestotrotz, wenn man auch gerade Legacy und dann Zukunft so ein bisschen nach vorne produziert, finde ich das ganz spannend, wenn ihr auch selber sagt, euer Großvater hat eigentlich im Labor gestartet, klassisch, dann kam euer Vater eigentlich mit dazu, der das ganze Ding eigentlich am Ende global gemacht hat, Internationalisierung vorangetrieben hat.
00:05:15: Und am Ende hat so jeder so seine Rolle, so seine Aufgabe.
00:05:18: Was glaubt ihr selber so in eurer Funktion?
00:05:21: Was ist die Eure in der Welt, in der wir aktuell zu Hause sind?
00:05:26: Wie würdet ihr die beschreiben, die aktuelle Rolle von euch, um seiner Heise aus sozusagen ins Jahr hundertzwanzig, Jahrhundertvierzig zu bringen?
00:05:33: Möcht man vielleicht anfangen mit dem, was uns verbindet mit unserem Vater und unserem Großvater?
00:05:38: Ich glaube, das sind zwei, zwei Dinge.
00:05:41: Das ist Neugier und das ist Mut.
00:05:45: Neu gehe immer wieder neu auf die Dinge zu schauen und den Mut dann auch Dinge anzugehen.
00:05:52: Und dazu gehört vor allem auch Rückschläge zu verarbeiten und trotzdem weiterzugehen.
00:06:00: Und an dem Punkt sind Andreas und ich, glaube ich, seit wir als CEO hier übernommen haben, immer wieder auch gefordert worden, ist unser Vater früher auch, unser Großvater sicher auch gefordert worden, aber die Zeit wird halt immer schneller und immer unberechenbarer.
00:06:19: Und ich glaube, dieses Thema Neugie und Mut vielleicht auch ein Stück weit zu institutionalisieren.
00:06:26: Unternehmen zu gründen oder also ins Unternehmen diese Möglichkeit der Agilität, der Resilienz reden wir ja auch viel darüber, reinzubringen, auch mit schwierigen Situationen umzugehen, immer wieder die Möglichkeiten und die Opportunitäten zu sehen und dann den Mut auch zu haben, darauf zu setzen und es dann durchzuhalten.
00:06:52: Was ist heute momentan eine sehr, sehr mutige Entscheidung, die bei euch tagtäglich ein Stück weit gelebt wird?
00:06:57: Es ist dann auch so sein, die in welchen Märkten sie wie unterwegs, wo investieren wir auch, sag ich mal, bei volatilen Voraussetzungen, die teilweise irgendwo herrschen, ist es dann eher... ist einmal hoffnungslos positiv gestimmt zu sein, wie die Sache ausgeht und dementsprechend mutig nach vorne zu gehen?
00:07:13: Oder wie wird ihr Mut heute interpretieren in den aktuellen Entscheidungsgremien oder in den Entscheidungen, die ihr trefft?
00:07:19: Ich glaube, du hast schon was Wichtiges gesagt.
00:07:21: Die Volatilität in den Rahmenbedingungen, die steigt nur immer mehr, ob das jetzt von der regulatorischen Seite ist, ob das von der politischen Seite ist oder von auch den Technologiezyklen, die möglich sind.
00:07:34: Das heißt, das wird immer schneller.
00:07:37: Und trotzdem muss man ja eine große Idee manchmal über einen viel größeren Zeitraum verfolgen.
00:07:44: In dem Wissen, dass wir vielleicht heute noch nicht sagen können, mit welcher Technologie etwas konkret gelöst wird.
00:07:51: Aber wir müssen die große Idee trotzdem entwerfen.
00:07:54: Und das ist vielleicht der Punkt, der wichtig ist, den auch viele ... vielleicht auch noch lernen müssen, ist, insbesondere als Ingenieure, möchte man ja auch ganz gern sofort wissen, wie es denn funktioniert, wenn man erstmal die Idee hat.
00:08:05: Und da müssen wir vielleicht auch lernen, die Idee weiterzutreiben, auch wenn wir für gewisse Dinge noch keine Lösung haben, weil vielleicht auch regulatorische Rahmenbedingungen noch nicht gesetzt sind, oder weil wir damit rechnen müssen, dass vielleicht unsere Annahmen, die wir heute treffen in zwei Jahren, obsolet ist.
00:08:20: Also das ist, glaube ich, wichtig an zu lernen.
00:08:25: Spectera ist ein schönes Beispiel.
00:08:27: Vor zwölf Jahren, zwischen zwölf und elf Jahren, haben wir erst mal ich wirklich gesagt, da muss jetzt eine grundlegende neue Gedanken
00:08:37: her,
00:08:38: um mal die Funktechnik komplett neu zu erfinden.
00:08:42: Das über zehn Jahre später daraus.
00:08:44: Wenn ein Produkt oder eine Plattform wird, was eigentlich ein Ökosystem für eine Infrastruktur der Zukunft werden kann, war damals noch nicht so absehbar.
00:08:54: Trotzdem war die Überzeugung da, wenn wir das irgendwie so hinkriegen, dann bilden wir den Anfang von etwas ganz Großem Neuen.
00:09:01: Und das ist so wie ein Bild, was am Anfang ganz, ganz grob ist.
00:09:06: Aber irgendwie sieht es schon gut aus.
00:09:08: Und erst wenn man weiterläuft, dann wird es feiner und man kriegt dann die Nuancen und dann kriegt man die Sicherheit.
00:09:15: Und so wird über die Jahre wahrscheinlich der Mut durch immer mehr Sicherheit ersetzt, weil man natürlich dann mehr sieht.
00:09:23: Aber ganz am Anfang trotzdem den großen Wurf zu wagen, das ist glaube ich ungleich schwieriger heute, als es vielleicht vor dreißig Jahren noch war.
00:09:32: Es ist ja generell, ich sag mal, wenn wir sagen, was sich auch stark verändert, ist natürlich, ihr selber steht für Audioperfektion, für die Exzellenz und Sound.
00:09:41: Jetzt kommt aber eine Funkstrecke dazu, also man ist ja eh schon breiter geworden.
00:09:46: Wie geht ihr gerade damit um, wenn ihr sagt, okay, wir erleben draußen, dass irgendwie Algorithmen immer stärker reinkommen, irgendwie KI am Ende auch Musik generieren kann.
00:09:56: Was triggert euch gerade eigentlich in der Entwicklung der draußen am meisten?
00:10:00: Ich habe ja auch damals zum Beispiel, ich glaube, weiß gar nicht, bei der einen Präsentation euch auch mal zum Beispiel von meinen Jungs, die auch im Ende AI-Music zum Beispiel machen, auch mal vorgespielt, was heute möglich ist, also wie schnell das geht.
00:10:16: Es ist aber lustig, wenn man sieht, wie kontrovers sowas eigentlich heute irgendwie gerade zwischen Tradition und Zukunft eigentlich auch bei den einzelnen Leuten ankommt, wo man sagt, Musik ist natürlich auch was Künstlerisches, was ... wirklich einen Entwicklungsprozess auch mit sich trägt.
00:10:32: Wie blickt ihr so generell auf die?
00:10:34: die Entwicklung ist auch gerade durch durch Technologie?
00:10:37: Man merkt es ja, dass natürlich auch bei euch das das Portfolio breiter wird, wo man sich aufstellt, aber auch natürlich, wie Sound am Ende des Tages nicht nur transferiert wird, sondern auch am Ende auch tatsächlich durchs Mikrofon kommt.
00:10:49: Ich glaube, das spricht einen ganz spannenden Punkt an.
00:10:52: Es geht ja nicht darum, immer nur Dinge zu erfinden und dazu zu dazu zu gegeben, sondern immer wieder muss man sich auch überlegen, okay, wo müssen wir auch wieder einen Schritt zurück.
00:11:07: Also eine dieser ganz großen Entscheidungen vor fünf Jahren war, als wir uns gesagt haben, wir haben zwar eine Superstrategie für den Konsumerbereich, aber wir sind nicht mehr der beste Besitzer dafür.
00:11:17: Jemand anderes, ein größeres Unternehmen, ist vielleicht besser dafür als wir und dann in den Partnersuch und Verkaufsprozess zu gehen.
00:11:27: Das sind so ganz mutige Entscheidungen, wo man mal kurz die Hälfte der Firma zur Disposition stellt und daraus aber dann wieder ganz viel Kraft und Fokus schöpft, um eben solche Produkte wie Spectera an Markt zu kriegen.
00:11:42: Aber
00:11:43: um jetzt noch mal vielleicht auf das Thema AI zu kommen, ich glaube, das ist ganz schwierig heute voraus zu sehen, was das wirklich für uns bedeutet.
00:11:53: Als vor zweihundert Jahren die Fotografie erfunden wurde, haben alle gesagt, gut, das ist ganz schlimm, weil es braucht ja keine Künstler mehr.
00:12:01: Die Kunst ist tot.
00:12:02: Jetzt kann man halt einfach alles abfotografieren.
00:12:05: Heute wissen wir natürlich, dass Fotografie selbst zu einer Kunstform geworden ist.
00:12:10: Und ich würde mal behaupten, dass es heute mehr Künstler gibt als vor zweihundert Jahren.
00:12:14: Das Gleiche mit der Erfindung der Tonaufnahme.
00:12:18: Damals hieß es, es braucht keine ... Musiker mehr und die Instrumentenhersteller hatten Angst, dass viele weniger Instrumente gebraucht werden.
00:12:30: Heute haben wir einen riesen Markt, jeder macht heute Musik und jeder kann heute Musik produzieren.
00:12:37: und ich kann heute auch bis zum gewissen Maß Musik produzieren.
00:12:42: Aber wenn man sich überlegt, wo kommt eigentlich das grundlegende menschliche Bedürfnis her, Musik zu machen, Das war ja lang bevor es irgendwie aufgenommen werden konnte, wiedergegeben werden konnte, Menschen kommen zusammen, machen zusammen, ob es jetzt bei einer Sportveranstaltung ist, früher in der Höhle mit irgendwelchen Steinen aufeinander und Holz-Dinge aufeinander klopfen, zusammen singen.
00:13:06: Das ist ja ein Community-Gefühl und das kann eine EI nicht ersetzen.
00:13:12: Die AI kann sowas unterstützen sogar im besten Falle.
00:13:16: Die Kreativität weiter fördern wie die Fotografie heute ein tolles kreatives Instrument ist, was wir täglich alle nutzen.
00:13:24: Jeder hat in seiner Hosentasche heute ein Fotoapparat.
00:13:27: Es war ja früher auch nicht der Fall.
00:13:29: Also ich glaube, wenn man so in Opportunitäten denkt, dann ist die AI einfach eine zusätzliche Möglichkeit, kreativ wiederzuwerden.
00:13:36: Und wenn es positiv genutzt wird, uns als Menschen auch wieder näher zusammenzubringen.
00:13:42: Auf dem Punkt komme ich nachher nochmal zurück.
00:13:44: Ihr habt, oder das ist gerade ein Punkt angesprochen, Daniel, das Thema, eine der mutigen Entscheidungen war zum Beispiel auch der Verkauf der Konsumersparte.
00:13:52: Wenn ihr heute so ein bisschen zurückblickt, was war das wirklich große Learning daraus?
00:13:57: Solche Entscheidungen zu treffen, überhaupt sowas in Erwägung zu ziehen, auch gerade hinsichtlich, um auch zukunftsfähig in den nächsten Jahren zu bleiben, immer mal wieder zu hinterfragen, wo stehen wir mit den eigenen Spaten?
00:14:09: Was ist das größte Learning aus der Geschichte?
00:14:13: Ich glaube, ein ganz großes Learning ist, dass man nicht Angst haben muss, auch mal ganz groß zu denken, auch wenn es im ersten Moment vielleicht doch ein bisschen gruselig erscheint, dass man fünfzig Jahre nicht die Erfindung des Konsumageschäftes mit Kopfhörern dann in andere Hände gibt als Unternehmen.
00:14:33: Aber und das zweite Learning ist, dass es eben genau eine unglaubliche Fokussierung bedingt.
00:14:40: Weil ist es die Natur, glaube ich, von uns allen Menschen, dass wir sehr genau wissen, was wir verlieren und etwas abgeben.
00:14:47: Aber wir wissen halt noch nicht, was an dessen Stelle tritt, wenn es nicht mehr da ist.
00:14:52: Und ich glaube, diese Zuversicht, dass wir mit der Kraft des Freiraums, den wir damit generieren, mehr schaffen können als am Festhalten vom Status quo.
00:15:03: Das ist ein ganz großer Learning.
00:15:07: Spannenderweise ist ja in unserer Kultur das Thema Durchhalten sehr positiv besetzt und das Thema etwas aufgeben negativ besetzt.
00:15:19: Aber eigentlich ist es ja neutral, weil wenn ich durchhalte, wenn am Ende die Möglichkeit für ein besseres Ergebnis ist, ist das Thema Durchhalten durchaus gut.
00:15:29: Aber es gibt ganz viele Firmen, die durchhalten, bis sie pleite sind und an etwas festhalten.
00:15:34: Und wenn ich in die Politik denke, dann erst recht.
00:15:37: Und auf der anderen Seite etwas aufzugeben, um die Ressourcen, die wir haben, die Möglichkeiten haben, auf was Neues zu fokussieren oder auf etwas anderes zu fokussieren, das müsste ja eigentlich positiv sein.
00:15:51: Nur wir wissen es halt zum Moment der Entscheidung nicht.
00:15:54: Das Durchhalten, da weiß ich ja, was passiert.
00:15:58: aufhören und umwitmen oder umfokussieren, weiß ich nicht, was dabei rauskommt.
00:16:03: Und das läuft uns Menschen, die sehr sicherheitsorientiert sind und kontrollorientiert sind, was sicher evolutionsmäßig sinnvoll war, aber läuft uns in so volatilen Zeiten, in denen wir heute sind, eigentlich zu wieder.
00:16:19: Und das braucht Mut.
00:16:20: Absolut.
00:16:21: Die Analogie finde ich einfach, finde ich richtig gut, weil ich glaube die meisten beziehen das, glaube ich, so auf Beziehungen, persönliche Beziehungen, gerade was durchhalten oder auch loslassen angeht.
00:16:30: Auf der anderen Seite lasst es bei einem Punkt mal noch ein Ticken weitergehen.
00:16:35: Wir sehen ja, dass das Grundkonzept Musik, Sound und so weiter natürlich ein total schönes ist, weil es extrem viel mit Emotionen, mit Gefühlen, mit Nähe, mit Menschen, sozialem Interaktion zu tun hat.
00:16:47: Auf der anderen Seite seid ihr mitten drin und ihr erlebt natürlich auch, dass natürlich Technik auf der einen Seite und die Emotionen auf der anderen Seite im besten Fall immer mehr miteinander sich verbinden.
00:16:59: Wenn ich jetzt euch fragen würde, was wird mehr der USP der Firma Sennheiser sein?
00:17:06: exzellente Technik in der Zukunft?
00:17:09: oder die Kombination, wie man es schafft, sozusagen das womit Sound kreiert und Sound aufgenommen, etc.
00:17:15: wird, mit Emotionen, mit den richtigen Momenten, etc.
00:17:18: in Verbindung zu bekommen, damit am Ende genau das entsteht.
00:17:22: Hier sagt es schon auch im Gänsehauptmoment oder auch andere Erlebnisse, die man damit verbindet.
00:17:28: Was ist, was glaubt ihr, worauf kommt es mehr an?
00:17:31: Weil das eine ist natürlich schwieriger zu steuern, wenn es darum geht, gerade der Herr über Emotionen und Momente zu sein?
00:17:38: Es sind, glaube ich, zwei Beine der gleichen Gestalt da, weil wir setzen natürlich Hightech ein, um Gänsehautmomente erzeugen zu können.
00:17:52: Und je nachdem, in welchem Format das ist, wenn das ein großes Konzert ist vor achtzigtausend Leuten, dann ist natürlich die Technik, die in der Hand des Künstlers oder der Künstlerin ist, das Instrument der Wahl, um das von der Bühne rauszukriegen zu achtzigtausend Leuten.
00:18:11: Und da ist natürlich die Zuverlässigkeit der Technik.
00:18:16: Das absolute, ja, das muss zum Maximum entwickelt sein, dass es sicher nicht ausfällt.
00:18:23: Und insofern haben wir eigentlich im Unternehmen eigentlich immer beide Dinge gleichzeitig im Kopf.
00:18:27: Also auch die Entwicklerwissen und auch die Produktion, die wissen ganz genau, die schrauben jetzt nicht.
00:18:33: Mikrofon zusammen oder die entwickeln jetzt nicht ein technisches Gerät, sondern sie bauen eigentlich etwas oder entwickeln etwas,
00:18:43: was
00:18:44: Künstlern oder Politikern oder einfach Menschen dieser Welt erlaubt mit anderen.
00:18:51: in Verbindung zu treten und etwas rüberzubringen und eben Gänsehautmomente zu kreieren.
00:18:55: Und das muss nicht Beyoncé sein, die beim Super Bowl Halftime-Show singt.
00:19:01: Das kann auch damals John F. Kennedy gewesen sein, der in einem Md.I.N.
00:19:06: gesprochen hat, ich bin ein Berliner.
00:19:09: Das sind ja auch Gänsehautmomente, die nicht unbedingt was mit Musik zu tun haben, aber dort doch mit dem gemeinsamen Erleben von historischen, unglaublichen Momenten.
00:19:18: Und ich glaube, im Bewusstsein, dass wir immer eigentlich beides im Kopf haben müssen.
00:19:23: Was für Momente werden eigentlich kreiert?
00:19:25: und das anders, wie wird die Technik?
00:19:26: Wie muss die Technik beschaffen sein, dass dem nichts im Weg steht?
00:19:30: Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt.
00:19:33: Ich finde eins ganz spannend, würde ich mal sehen, würde ich mal interessieren, wie ihr das seht.
00:19:38: Wenn wir z.B.
00:19:38: um durch die Ausstellung gehen, dann sehen wir bestimmte Momente wie ich bin ein Berliner, Yes Weekend, etc.
00:19:46: oder wenn du es auch Beyonce sagst, wie wichtig ist es für eine Marke, natürlich in einem bestimmten Moment in Verbindung mitgebracht zu werden?
00:19:54: Weil das ist natürlich genau das, was dann auch später die Legacy ist, die Verbindung ist, wo man sich aufladen, sich abarbeiten, Gänsehaut sozusagen auch nach vorne hin irgendwie lebhaft abbilden kann.
00:20:05: Wie wichtig ist es, am Ende genau dieses Dreieck hinzubekommen, die Marke mit dem Event, vielleicht sogar noch mit einem bestimmten Künstler und eigentlich das immer wieder... auch zu provozieren.
00:20:16: Ich sag mal so, es gibt ja wahrscheinlich den einen oder anderen, der ist halt einfach, ich bin Senheiser als Künstler bei anderen oder anderen Veranstaltungen, geht es eher darum auch vielleicht an zu sagen, okay, macht es nicht sind sogar mit uns in Verbindung diese Themen umzusetzen, um natürlich dann später vielleicht genau in diesen Erlebnissen oder in dem Rückblick genau diese Momente kreiert zu haben.
00:20:35: Wie wichtig ist das sozusagen, diese Kombination immer wieder hinzubekommen?
00:20:39: Ich glaube, das entsteht durch die Zeit.
00:20:41: Und das muss man sich... Erarbeiten und das muss man sich immer wieder erarbeiten.
00:20:46: Denn eine Marke ist ja eigentlich ein Versprechen.
00:20:51: Ist ein Versprechen und der Künstler, ob das jetzt ein weltberühmter Stars oder der Künstler, der ein kleines Theater oder eine kleine Bühne benutzt oder derjenige DJ, der zu Hause auf den nixen Hit wartet und einen Durchbruch sich wünscht.
00:21:14: kauft sich in dieses Versprechen ein.
00:21:17: Und das Versprechen müssen wir immer wieder erfüllen oder idealerweise über über erfüllen, über treffen.
00:21:24: Und wenn man das regelmäßig macht, dann entsteht, ich sage mal, so als Nebeneffekt, dass ganz viele berühmte Künstler unsere Produkte nutzen.
00:21:35: Das kann man aber nicht... künstlich erzeugen.
00:21:40: Das könnte man ein oder zwei Jahre mal mit viel Geld, könnte man Künstler kaufen, der unser Produkt nutzt.
00:21:45: Aber wir haben ja so viele Tausende von Künstlern, die unsere Produkte jeden Tag benutzen.
00:21:51: Und ja, dann gibt es hin und wieder mal diese glorreichen Momente, wie wenn ein Prince sein goldenes Sennheiser-Mikrofon direkt aufs Plattenkarre und vorne auf die Welttournee setzt.
00:22:08: oder halt unsere Produkte auf berühmten Fotos mit drauf sind.
00:22:13: Das ist toll, aber dafür, das kann man nicht steuern.
00:22:17: Das passiert, weil wir jeden Tag gute Arbeit machen.
00:22:22: Es ist auf der anderen Seite, weil wir reden gerade sehr viel über den künstlerischen Bereich, da ich jetzt mal, der, ich sag mal, von Perse, ja, sag mal, sehr emotional getrieben ist, das ganze Umfeld.
00:22:34: Ihr habt es aber natürlich auch... übertragen, sag ich mal, auch auf dem Business-Context, in andere Produkte, in den Konferenzbereich, aber auch natürlich in so einer Ebene, wie wir jetzt gerade hier unterwegs sind, beflügelt das auf der anderen Seite, dass man genau die Marke, sag ich mal, emotional aufgeladen, von der Bühne später in einem Cupra wiederfindet, in einem Büro wiederfindet, wo sie sagen, ich möchte eigentlich das Erlebnis, die Marke, die Qualität auch mit mir sozusagen in anderen Bereich mitnehmen.
00:23:05: Ist das eine Synergie oder ist es eigentlich komplett voneinander gekoppelt?
00:23:08: Das hat große Synergien auf mehreren Ebenen.
00:23:11: Das eine ist, wir haben natürlich unglaublich viel Wissen und Erfahrung, welchen Unterschied guten Klang macht und können den eben auch dann in anderen Anwendungen reinbringen.
00:23:21: Also im Bereich Konferenstechnik, also unseren Biskombereich für decken Mikrofone und so.
00:23:30: Wir wissen halt, wie man den Sound so aufnehmen muss, damit er im Far End, wenn die Leute Teams oder Zoom-Meetings haben, mit minimaler Ermüdung partizipieren können.
00:23:42: Und da hilft natürlich das Wissen aus allen anderen Anwendungen, um solche so ein Audio-Erlebnis, denn ich werde es trotzdem, auch wenn es nur eine Konferenz sein mag, zu kreieren.
00:23:53: Und gleichzeitig hilft es für unsere Kunden auch das Vertrauen zu haben, weil viele unserer Kunden sieht nicht nur spezifisch in einem ganz speziellen Bereich.
00:24:05: Wenn Sie wissen, wir machen seit Jahrzehnten bestimmte Bereiche sehr, sehr erfolgreich und dann gehen wir in einen neuen Bereich.
00:24:13: Dann haben wir zumindest vom Markenversprechen her, aber auch von der Technologie, die wir in der Vergangenheit bewiesen haben, eine höhere Glaubwürdigkeit, das ist auf jeden Fall mal ausprobieren.
00:24:23: Wenn das von Sennheiser kommt, dann müssen wir uns das mal genauer anschauen.
00:24:26: Also das hilft schon.
00:24:28: Wie mebt ihr am Ende des Tages Geschäftsmodelle neue Business-Opportunitäten für euch ein Stück weit aus?
00:24:35: Ist es ein Deckungsbeitrag Eins Berechnung?
00:24:38: Ist es mal Impact, ist es mal Leidenschaft, wenn man aus einer anderen sozusagen intrinsischen Motivation kommt, in dem Bereich was zu machen?
00:24:47: Wie denkt ihr über neue Geschäftsmodelle nach?
00:24:50: Ich glaube, da kommt es sehr darauf an, wie disruptiv es ist oder wie neu und wie anders es ist.
00:24:56: Wenn es jetzt drum geht, in einem bestehenden Bereich, in dem wir gut kennen, Produkte, die wir ähnliche schon haben, dann kann man das relativ gut berechnen und dann natürlich gehört ein Business Case dazu.
00:25:11: Das ist völlig klar.
00:25:14: Wenn es aber in ganz neue Bereiche geht, wie eben das Mobility-Thema oder so eine Entwicklung wie Spectera, als wir die Entwicklung gestartet haben, die Technologie physikalisch funktioniert hat, sie aber nicht legal reguliert war, muss man also auch... in der World Radio Conference die regulatorischen Sachen angehen über Lobbying und Überzeugungsarbeit, dass jedes Land das dann auch zulassungsfähig macht und so weiter.
00:25:48: Das sind Dinge, die kann man nicht in klassischen Businessplan tun, sondern da am Ende, glaube ich, ist es wieder der unternehmerische Mut, dass man sich so ein High-Level-Businessplan mal ausdenkt.
00:26:03: Der ist aber mehr Wunsch als Berechnung an dem Punkt.
00:26:07: Und dann guckt man sich in die Augen und dann ist es auch gut, wenn man so zweit ist wie Andreas und ich und sagt, ja, wir glauben daran.
00:26:16: Und dann ist eigentlich die Haltung weniger, wir wissen, das wird gut, sondern eher, wie cool wäre es, wenn das gut wird.
00:26:23: Und also, wenn der Preis dann gut hoch genug ist, also der zu gewinnene Preis, wenn man sich sagt, hey, dafür ist es wert.
00:26:31: den Weg dahin zu gehen, weil man ist ja an dem Punkt meistens auch naiv.
00:26:34: Da denkt man, das ist drei Jahre Entwicklung und am Ende sind es zwölf.
00:26:37: Und man denkt, das sind irgendwie zehn Millionen Entwicklungen, am Ende sind es vierzig.
00:26:41: Das sind so Dinge, da muss man einfach sagen, ja, wir glauben da trotzdem dran.
00:26:46: Und wenn es passiert und gut ist, dann funktioniert es auch.
00:26:55: über wie Andreas das vorgesagt hat.
00:26:56: Am Anfang ist das Bild total unscharf und je weiter man geht, je mehr sieht man auch, okay, das war eine Sackgasse, da gehen wir nicht mehr so gerne hin, da ist es vielversprechend und irgendwann ist das Bild so scharf, dass man dann auch einen klassischen Business Case berechnen kann.
00:27:11: Unser Mobility-Geschäft ist vielleicht das beste Beispiel für so eine Art Corporate Venturing, was wir hier gemacht haben.
00:27:16: Das fing an mit einem ganz kleinen Team von vier Leuten, die sich, wo wir gesagt haben, Das leisten wir uns.
00:27:26: Und natürlich mussten die gewisse Meilensteine erreichen.
00:27:29: Aber wenn wir gewusst hätten, wie unglaublich schwierig das ist, überhaupt sich in der Automobilwelt zurechtzufinden, um zu verstehen, wie das Ganze geht.
00:27:38: Ich glaube, wenn die uns von Anfang an gesagt haben, wir müssten erst mal vier Jahre netto investieren, bevor das erste bei rumkommt, hätten wir auch gesagt, lohnt sich das vielleicht?
00:27:46: Aber wir haben dann geglaubt, das Team hat immer weiter Erfolge erzielen können und im Jahr vier dann wirklich den ersten Auftrag.
00:27:53: Und von da an haben wir eine glaubwürdige Position im Automobilmarkt erarbeitet gehabt.
00:27:58: Und dann geht es auch deutlich schneller.
00:28:01: Kann man überhaupt Geschäftsmodellen noch national denken?
00:28:04: Ich meine, wir leben in der Welt.
00:28:05: In der Zwischenzeit war Globalisierung ja unwohl.
00:28:08: Da haben wir entwickelt und im besten Fall war es für die ganze Welt.
00:28:10: Jetzt ist es ein bisschen schwieriger.
00:28:11: Teilweise fragmentiert sich ja wieder ein Stück weit die Welt zurück.
00:28:15: Aber wie wichtig ist es für euch?
00:28:17: Egal, was man denkt, es muss international funktionieren, weil man ja selbst auch jetzt, sag ich mal, vier Jahre in Entwicklung zu machen, wo man weiß, okay, das wäre jetzt rein nur für den, weiß ich, Südamerikanischen Markt oder den Europäischen Markt.
00:28:29: Das ist halt nicht tragbar im Sinne der, der ganze Zeit in Geschäftsmodellentwicklung.
00:28:33: Muss es immer international funktionieren?
00:28:35: Also ist es von, von vornherein eins der wichtigen Kriterien?
00:28:39: Ich würde sagen ja.
00:28:41: für uns.
00:28:42: Das ist jetzt nicht übertragen auf irgendwelche anderen Firmen.
00:28:45: Das muss jeder, muss halt wissen, wie sein Business funktioniert.
00:28:49: In unserem
00:28:50: Kontext.
00:28:51: In unserem Kontext.
00:28:52: Wir sind dreiundachtzig, vierundachtzig Prozent.
00:28:54: Unser Umsatz ist das Aushalt von Deutschland.
00:28:56: Also das, wenn wir nur national denken würden, dann wird das bei uns nicht funktionieren.
00:29:04: Aber ich glaube, und nennen mich dabei gerne einen hoffnungslosen Romantiker.
00:29:09: Ich glaube, wenn wir uns auf die Grundbedürfnisse der Menschen fokussieren, und da bin ich wieder bei dem, was Andreas Bonn gesagt hat, wir müssen Gänsehautmomente, wir müssen Emotionen erzeugen.
00:29:24: Die sind weltweit ähnlich, gleich.
00:29:27: Also die Grundbedürfnisse sind die gleichen.
00:29:29: dann kann man halt überlegen, wie bringe ich das überall anders an den Markt.
00:29:33: Aber wenn wir das, wenn wir uns darauf fokussieren, dann ist per se jedes Geschäftsmodell global.
00:29:40: Und
00:29:41: unsere Kundschaft ist auch global, häufig.
00:29:44: Also wenn wir ... Wenn wir ein großes Unternehmen mit unserer Konferenz, unserer Konzeranztechnik beliefern, wie Microsoft beispielsweise oder Cisco, dann ist schon auch klar, dass die nicht irgendwie eine indische Variante in Indien und amerikanische Variante in den USA.
00:30:04: Das heißt, auf der Seite ist das klar und auch die großen Touring oder auch Broadcaster.
00:30:12: Wenn ich Tennis rund um die Welt oder Formel eins rund um die Welt ausstrahlen will, dann will ich auch, dass es in jedem Land funktioniert und nicht mir eine Variante kaufen müssen, die mittleren Osten funktioniert, aber in Las Vegas nicht mehr.
00:30:26: Das heißt, unsere Kunden tourn um die Welt mit dem, was sie tun, sie produzieren rund um die Welt und entsprechend müssen unsere Produkte auch mit weltwerter Gültigkeit ausgestattet sein.
00:30:37: Wenn ich euch jetzt fragen würde, Euer Mindset von vor zehn Jahren zum Thema Strategie Innovation und euer Mindset zu Strategie Innovation heute.
00:30:47: Gibt es irgendwas, wo ihr sagen würdet, vor zehn Jahren habe ich das noch komplett anders gesehen in diesem Kontext?
00:30:54: Wie man was angeht, wie man über bestimmte Dinge auch sozusagen ein Stück weit, ich sage mal auch Bereich Foresight oder anderen Elementen irgendwie nachdenkt.
00:31:03: Gibt es was, was sich wirklich in eurem Kopf radikal verändert hat?
00:31:08: in den letzten zehn Jahren, wie ihr über Strategie und Innovation nachdenkt?
00:31:11: Ja, ich glaube, eine ganz wichtige Änderung oder eine Verstärkung ist das Thema Szenarien.
00:31:18: Wir haben.
00:31:20: vor zehn Jahren, haben wir noch eine Strategie entwickelt und auch einen Plan.
00:31:25: Ob der jetzt gut oder schlecht war, war da hingestellt, aber zumindest hat man eine Strategie und einen Plan gehabt, weil man ... In der Lage war die großen Trends, die Megatrends und so weiter relativ gut, die waren relativ stabil über einen längeren Zeitraum.
00:31:41: Heute gibt es ganz viele Trends, Subtrends, Veränderungen und Verwerfungen, sodass man im Prinzip nur die verschiedenen Ausprägungen festlegen kann und sich dann daraus Szenarien baut.
00:31:56: Und dann muss man halt immer wieder überlegen, sind wir jetzt auf... dem Szenario oder sind wir auf dem Szenario?
00:32:03: Und wenn das dann das, das ist mehr so eine, so eine, so eine, wenn dann Szenario Betrachtung.
00:32:09: und wir sind auch immer, wir gehen immer mehr weg von der klassischen Planung, sondern eher so eine rollierenden Szenario Betrachtung, weil das uns die Möglichkeiten gibt auch rechtzeitig zu reagieren.
00:32:23: Der große Trick ist dann dabei halt trotzdem noch diese grundlegenden Trends zu treffen.
00:32:30: die unsere möglichen zehn Jahre in die Zukunft zu investieren, solche Dinge.
00:32:34: Also gerade verbricken zu bauen, grundlegende Technologien zu entwickeln, solche Sachen.
00:32:42: Wie komplex, also nehmt ihr das wahr?
00:32:44: Ich merke das viel, wo wir Szenarien planen für Unternehmen, wo wir nicht eins oder mehrere Szenarien für einen Kontext planen, sondern es gibt diverse Szenarien für China, für Indien, für Europa, für Amerika.
00:32:59: Inwieweit ist die geopolitische natürlich auch Herausforderung, wo auch die Kundschaft tatsächlich sehr, sehr anders tickt.
00:33:05: Also wenn ich mir angucke, wie, keine Ahnung, wie konsumiert wird in Asien im Vergleich zu Europa und auch zu anderen Ländern, dann ist es ja doch sehr stark unterschiedlich.
00:33:14: Heißt natürlich auch, ich kann anders Produktinnovationen machen, ich kann anders auch testen, aber natürlich auch ganz andere gegebenenfalls Produkte auch in den Markt bringen.
00:33:23: Gibt es da voll unterschiedliche Elemente?
00:33:26: oder ist es dadurch, dass die die Hardwell Medaille unterwegs ist, also auch mit der Technik.
00:33:31: Eigentlich in den meisten Märkten, bis auf bestimmte Produktionsszenare oder sonstiges, eigentlich doch sehr ähnlich tickt.
00:33:37: Ich glaube, es gibt eine große Veränderung in den letzten Jahren, die auf einem höheren Level noch gleich ist und in einer Spezifität nachher regional vielleicht unterschiedlich sein kann.
00:33:46: Und das ist, dass wir immer stärker ins System denken müssen.
00:33:51: Das heißt, alles, was wir heute bauen, wenn wir jetzt fünfzehn Jahre zurück.
00:33:56: gucken, dann waren unsere Produkte nicht netzwerkfähig.
00:33:59: Mussten sie auch nicht.
00:34:01: Heute sind alle Produkte weitgehend netzwerkfähig.
00:34:04: Die sprechen zwar möglicherweise unterschiedliche Protokolle.
00:34:07: Und das ist wiederum der regionale Unterschied.
00:34:10: Vielleicht gibt es bestimmte Bereiche oder bestimmte Applikationen, wo ein Protokollstandard dem anderen bevorzugt wird und dann muss man da differenzieren.
00:34:18: Aber ich glaube, das was über alle Regionen und auch fast über alle Applikationen.
00:34:23: den großer Trend ist, ist, dass wir nicht mehr in einzelnen Produkten entgerätet und sowas denken können, sondern dass wir eigentlich in sich immer weiter entwickelnden Software getriebenen Ökosystem denken und wir nicht mehr heute eine Spezifikation für ein Produkt machen, das dann entwickeln und dann einen Markt bringen und dann wird es eine... eine gewisse Zeit lang produziert, sondern wir bringen etwas an den Markt.
00:34:47: Spectera ist das beste Beispiel und auf der Firmware Seite werden alle drei Monate neues Release rausgebracht und plötzlich kann das Produkt Stück für Stück mehr.
00:34:55: auf der Software Seite genauso und auf der Endgerät Seite wird das Ökosystem auch immer weiter erweitert.
00:35:00: Das heißt, wir denken heute eigentlich nicht in, wir brauchen das Gerät, sondern wir denken vielmehr so ein bisschen in... Ich sag mal so wie ein Blumenkohl, wo alles möglich ist.
00:35:09: Also das übelste in der Plattformgedanke.
00:35:11: Genau,
00:35:12: also die Plattformgedanke und die Plattformökonomie eben auch ist ganz stark im Vordergrund von allen Denken.
00:35:18: Das hätte ich vor zehn Jahren so noch nicht in den Vordergrund gesetzt.
00:35:23: Nicht bei unseren Anwendungen.
00:35:25: Wenn wir jetzt mal komplett rauszoomen.
00:35:29: Ihr seid beides Unternehmer, ihr beschäftigt euch viel mit unseren Themen.
00:35:33: Wenn Senheise jetzt nicht als Firma geben würde, sondern nur euch.
00:35:38: Welche Bereiche würde euch wirklich interessieren?
00:35:40: Also wenn ich sagen würde, grüne Wiese, neue Gründen, was würde euch reizen?
00:35:45: Ich finde das immer ganz spannend, weil ich auch ganz viel sehe, dass sehr viele Unternehmen, die in ihrer Branche sehr gut unterwegs sind, ganz oft, egal ob das in ihren Family-Aufstrukturen, in ihren privaten Strukturen, dann auch nochmal anderen Themen nachgehen, nochmal anderen Interessen, wo man schon merkt, da kitzelt sie, das finden sie auch spannend.
00:36:06: Welche Themen wären das bei euch?
00:36:07: Wenn ich euch sagen, wenn ich euch fragen würde, wenn ihr eine Firma gründen würdet, in welchem Bereich wäre es?
00:36:12: Ist mal nicht mal was genau, aber in welchem Bereich wäre es?
00:36:16: Ich glaube, ich würde mich vor allem mit dem Thema Arbeit auseinandersetzen und wie künstliche Intelligenz das Thema Arbeit und Wert der Arbeit beeinflusst.
00:36:28: Wir haben heute ein System, wo Sehr wichtige Arbeit schlecht bezahlt wird.
00:36:35: Pflege, Handwerker, all diese Sachen.
00:36:38: Das kommt noch aus der industriellen Revolution, wo die mechanische Arbeit plötzlich weniger wertvoll wurde.
00:36:48: Und die Kopfarbeit, einer, der Germanistik studiert und aus dem Studium kommt, verdient das Doppelte wie ein Klempner, der aus gelernt hat.
00:37:00: Im Zweifel ist mir der Klemmt nach, glaube ich, wichtiger als der Germanist, ohne das jetzt irgendwie einschätzen zu wollen.
00:37:05: Und die Frage ist, durch künstliche Intelligenz wird ja ganz viel Kopfarbeit verändert.
00:37:12: Und ich finde es super spannend, sich zu überlegen, wie können wir die Arbeit, die wir brauchen, gerade Pflegeberufe, Lehrberufe, Betreuung von Menschen, Kommunikation, wir haben heute viel mehr Menschen mit psychischen Belastungen und solche Themen.
00:37:34: Wie kann man diese Berufe so aufwerten, dass wir dafür als Gesellschaft den richtigen Preis bezahlen?
00:37:43: Okay.
00:37:44: Was ist das bei dir, Andreas?
00:37:46: Ich bin grundsätzlich ein extrem neugieriger Mensch und habe auch so ein bisschen die, das ist eine Leidenschaft, ich nenne es immer Near Field Science Fiction.
00:37:56: Das ist nicht vierzig Jahre raus.
00:37:58: Aber das ist vor zehn, fünfzehn Jahre rauszudenken und sagen, Mensch, was könnte zusammenwachsen?
00:38:03: Was könnte eine Zukunft sein, die sich lohnt, wirklich auch in Angriff zu nehmen?
00:38:08: Weil viele Veränderungen dauern halt nur mal zehn bis fünfzehn Jahre und wenn man nicht irgendwann anfängt, dann kommt man da auch nicht hin.
00:38:14: Das heißt, ich würde mich wahrscheinlich relativ stark mit... Zukunftsszenarien jeglicher Art, die eben einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahre haben auseinandersetzen, dann aber auch konkret überlegen, wo würde ich investieren und gründen, um diese Wandlung nicht nur irgendwie als ein Futurist an die Wand zu zeichnen, sondern auch ganz konkret mitzuarbeiten, dass diese, diese Nearfield Science Fiction vielleicht ein Stück weit Realität wird.
00:38:46: Das ist gar nicht mal irgendwie auf eine spezifische Branche bezogen.
00:38:50: Das kann nachhaltige Wasserversorgung der Welt sein.
00:38:55: Das können, wie können wir, wie man das alte Problem, wir haben doch so viel Energie durch Gewitter auf dieser Welt, aber wir sind nach wie vor nicht in der Lage, einen Blitz einzufangen.
00:39:08: Aber das sind so diese Ideen, wo man sagt, Mensch, vielleicht finden wir doch irgendwann eine Lösung zu solchen.
00:39:39: Also, ich hab das jedes Mal, wenn ich beim Live-Konzert bin.
00:39:45: Also, der deck ich jedes Mal.
00:39:48: einfach geil.
00:39:50: Dafür machen wir das.
00:39:53: Also das kommt jetzt gar nicht drauf an, was das, ob das jetzt ein klassisches Konzert ist.
00:39:59: Von mir darf es auch gerne Jazz oder Rock oder was weiß ich, EDM sein.
00:40:05: Genau das ist, das ist die, eigentlich, man müsste mich gar nicht dafür bezahlen.
00:40:10: Ich freue mich, dass ich in dieser Branche sein darf.
00:40:16: Es ist einfach cool.
00:40:17: wie ganz viele, die in dieser Branche arbeiten, die einfach erst mal Überzeugungstäter sind und dann an zweiter Stelle halt auch einen Job haben.
00:40:28: Was war's bei dir?
00:40:29: Es geht in die gleiche Richtung.
00:40:30: Es ist das Leuchten in den Augen von den Menschen, wenn sie leidenschaftlich Musik machen oder auch leidenschaftlich von einem Fußballspiel berichten und wir merken, Also jetzt gerade vor zehn Tagen war ich hier Post Malone und Jelly Roll zusammen und die beiden auf der Bühne zu sehen, wo man merkt, die sind zum Teil blinden die komplett aus, dass fünfzigtausend Leute um die rum waren.
00:40:55: Sonst war einfach nur sie voll in der Musik drin.
00:41:01: Einfach die Demut zu spüren, dass wir einen klitzen kleinen Anteil haben, nämlich dieses kleine Stöckchen in der Hand von den Sängern oder von dem Reporter.
00:41:11: Das macht auf der einen Seite unglaublich demütig, weil es auch eine Gnade ist, was mitgestalten zu dürfen.
00:41:20: Und gleichzeitig macht es unglaublich stolz, dass ... dass da so viele Leute von unseren Unternehmen mit daran gearbeitet haben, dass die dieses kleine Gerät in die Hand kriegen und das am Ende auch funktioniert.
00:41:33: Was macht wirklich den Unterschied zwischen als eine richtig gute Performance, die man hier sieht oder ein guter Künstler oder der ist wirklich Weltklasse?
00:41:44: Ich möchte,
00:41:45: bevor ich das beantworten, um mal offen was anderes kurz zu sprechen kommen, was auch mit der Bühne zusammenhängt, weil wir sprechen immer gerne nur von den Rockstars, die auf der Bühne sprechen.
00:41:54: Es gibt aber, also die eigentlichen Rockstars von unserer Industrie.
00:42:00: Die sitzen neben der Bühne oder im Front of House.
00:42:03: Und tatsächlich, die haben neben der Performance des Künstlers einen ebenso großen Einfluss darauf, was denn eigentlich jetzt gerade rüber springt an Emotion.
00:42:16: Und das ist, glaube ich, ganz wichtig.
00:42:17: Der Monitor-Engineer, wenn der keinen guten Job macht, dass sich der Künstler selber gut hört oder die Künstlerin, dann stimmt am Ende auch die Performance nicht.
00:42:25: Wenn im Front of House misgemacht wird, so dass der Klang schlecht ist oder man einfach Ohrenschmerzen kriegt, dann springt es auch nicht rüber.
00:42:32: Das heißt, es ist eigentlich dieses Dreigeschirren zwischen der kreativen Interpretation auf der Bühne und den beiden Schlüsselpersonen neben und hinter der Bühne, die eigentlich dieses Erleben wirklich großartig
00:42:46: machen.
00:42:47: Es macht tatsächlich einen großen Unterschied.
00:42:48: Ich merke das ja auch selber, wenn ich immer auf der Bühne unterwegs bin und dann, wie wichtig die Technik ist und was vor allem passiert, wenn sie nicht richtig funktioniert.
00:42:57: Was macht für euch dann den Unterschied?
00:43:00: Wir haben vollen auch, braucht beide Hände, beide Füße und so weiter.
00:43:03: Das ist die Kombination aus die Stimme, das Gespür fürs Publikum, die Performance an sich.
00:43:09: Es ist ja nicht nur rein bei vielen zumindest der Gesang, die sie wirklich von normal zu wirklich gut gebracht hat.
00:43:18: Ich glaube, der große Trick ist, und das ist für mich, was unterscheidet jemand, der wirklich gut ist, von jemandem, der absolut weltklasse ist, ist jemand, der sich immer wieder neu erfinden kann.
00:43:31: Denn es ist unglaublich schwierig, nach oben zu kommen und mal ein, zwei große Hits zu machen, vielleicht eine Platte, wenn man noch in dieser Kategorie denkt, in unserer Generation vielleicht.
00:43:48: Dann ist aber eigentlich der Erfolg von gestern eigentlich das gefährlichste, weil gegen den wird man immer gemessen.
00:43:56: Das Publikum möchte das hören und ein Künstler, der den Mut hat, die Neugier da hat, immer wieder was Neues zu bringen und sich selber weiterzuentwickeln.
00:44:04: Vielleicht in neuen Kombinationen und so weiter.
00:44:06: Ich glaube, das ist das, was eine richtige Weltklasse ist.
00:44:09: Also Künstler wie ein Sting oder wie eine Lady Gaga oder wie was weiß ich.
00:44:18: Genesis, Phil Collins und so weiter, Künstler, die über viele Jahre sich immer wieder neu erfinden können und wieder was Neues bringen und auch den Mut haben, mit dem Alten zu brechen und das Alte auch noch mit Stolz in die Neuzeit rüberzutragen und damit wirklich eine ganze Generation oder mehrere Generationen zu beglücken.
00:44:41: Das ist wirklich Weltklasse.
00:44:44: Ich hätte es nicht besser sagen können, weil ich habe ein bisschen gehofft, dass du sowas gesagt hast, weil warum?
00:44:49: Weil genau das man hervorragend auf das organisatorische Umfeld übertragen kann.
00:44:53: Ich wäre es schafft, sich wieder neu zu erfinden.
00:44:55: Und ich glaube, das ist, was ich auch ganz am Anfang gesagt habe, vielleicht auch der Schlüssel für die nächsten achtzig Jahre.
00:45:01: Von dieser Seite her ganz, ganz lieben Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.
00:45:04: Tolles, tolle Insights und bis zum nächsten Mal.
00:45:08: Danke dir.
00:45:08: Danke dir.
00:45:12: Danke fürs
00:45:13: Zuhören.
00:45:14: Bei Fragen oder Anmerkungen stehe ich dir gerne über meine Social Media Kanäle zur Seite.
00:45:18: Bis zum nächsten
00:45:19: Mal
00:45:20: und ich freue mich gemeinsam mit dir,
00:45:22: Zukunft
00:45:22: zu gestalten.
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